1: Maturaball des ÖGP

20 Jahre interkultureller Bildungserfolg in Prag


Die Österreichische Mittelschule in Prag feierte Mitte November ihr 20-Jahr-Jubiläum. Als interkulturelles Bildungsprojekt hat sie Vorbildwirkung in Mitteleuropa.
20 Jahre Österreichisches Gymnasium Prag
Der Maturaball des Österreichischen Gymnasiums Prag (ÖGP) am 12. November 2011 war mehr als nur eine Feier für die MaturantInnen. Gleichzeitig wurde das 20-jährige Bestehen dieser wichtigen Bildungsinstitution in der tschechischen Hauptstadt gefeiert. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das ÖGP zu einer renommierten Schule entwickelt, die im internationalen Dialog eine wichtige Rolle spielt. Die österreichische Schule in Prag setzt außerdem einen wichtigen Impuls für die angestrebte Trendumkehr, Deutsch als Fremdsprache in der Tschechischen Republik wieder aufzuwerten. Die Tschechische Republik ist für Österreich der wichtigste Wirtschaftspartner in Mittel- und Osteuropa.


2: Isabella Benischek, Ferdinand Trauttmansdorff

Österreichische Schule meist für TschechInnen
Bei einem Spaziergang durch die Gänge des Österreichischen Gymnasiums Prag (ÖGP) in Prag-Holešovice wird gleich klar, dass es sich hier weder um ein normales Gymnasium mit besonderem Namen noch um ein Expat-Bildungscenter handelt. Die Mehrheit der SchülerInnen am ÖGP sind TschechInnen, deren Eltern den hohen Bildungsstandard und die internationale Orientierung der Schule schätzen. Die SchülerInnen des sechsjährigen Privatgymnasiums lernen Deutsch auf höchstem Niveau. In der vierjährigen Oberstufe ist die Unterrichtssprache in fast allen Fächern Deutsch. Neben Deutsch liegt ein Schwerpunkt des ÖGP auf dem Erwerb weiterer EU-Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch. Einige Fächer werden auch auf Englisch und Tschechisch unterrichtet. Dies ist deshalb wichtig, da AbsolventInnen des ÖGP über die österreichische und die tschechische Matura verfügen.
Anfang in unsicheren Zeiten
Im April 1991 gab die damalige österreichische Unterrichtsministerin Hilde Hawlicek den Impuls zur Gründung einer österreichischen Schule in Prag, die der kurz zuvor gegründeten Österreichischen Schule Budapest folgen sollte. Die Initiative fand Unterstützung auf höchster Ebene. So hielten im Mai desselben Jahres der damalige Regierungsvorsitzende der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik, Marián Čalfa, der österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky und der Prager Primator Jaroslav Kořán in einer gemeinsamen Erklärung fest: „Dass dieses Projekt für die Weiterentwicklung und die Vertiefung der weiteren Beziehungen auf dem Gebiet des Schulwesens und der Kultur von großer Bedeutung ist und daher von beiden Seiten sowohl in ideeller als auch in materieller Hinsicht unterstützt werden wird.“ Am 3. September 1991 konnten die ersten 48 Schülerinnen und Schüler von österreichischen und tschechischen LehrerInnen begleitet den Unterricht beginnen.
20-jährige Erfolgsgeschichte
Ein Großteil der ÖGP-AbsolventInnen belegt die verschiedensten Studienrichtungen an tschechischen Universitäten. Zehn Prozent studieren an ausländischen Universitäten. "Die Mehrzahl der AbsolventInnen sind nach Abschluss der Schule (und meist einem Studium im Heimatland oder in Österreich) in ihrem Heimatland in wichtigen wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Positionen oder international tätig", erklärt ÖGP-Direktorin Isabella Benischek gegenüber wieninternational.at. "Durch ihre umfassende Schulbildung können sie einen wichtigen Beitrag für die Beziehungen zwischen Österreich und der Tschechischen Republik leisten", so die Direktorin.


3: Unterricht
4: Unterricht

Breite Anerkennung
Anerkennung anlässlich der 20-Jahrfeier kam aus Tschechien und Österreich. Die österreichische Bildungsministerin Claudia Schmied hebt die Bedeutung der Auslandsschulen für Österreichs Ansehen in der Welt hervor: "Bildung schafft Zukunft. Für grenzüberschreitende Bildung gilt dies umso mehr als sie Brücken in eine Zukunft baut, in der Mehrsprachigkeit und interkulturelles Verständnis grundlegende Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben sind."
Der österreichische Botschafter in Tschechien, Ferdinand Trauttmansdorff, gratulierte der Schule, die laut seinen Worten nun mit 20 Jahren aus dem unsicheren "Teenageralter" gekommen, und gemessen an den Leistungen eine sehr erfahrene Schule mit jährlich neuen Erfolgen geworden sei. Österreich, so Trauttmansdorff, brauche das ÖGP, da es junge Menschen ausbilde, die Schulabschlüsse beider Länder erwerben und ExpertInnen für beide Länder sind.


Link:
ÖGP

(compress prag/jkr)
erstellt am: 2011-11-23